Zum Wirkmechanismus von Meditation, Trance- und Fantasiereisen

Unser Unterbewusstsein unterscheidet nur marginal, ob etwas in der Vorstellung passiert oder in der Realität. Dieses Wissen aus der Hirnforschung können wir uns zu Nutze machen, um das zu Erschaffen, was wir als Ausgleich oder Input gerade benötigen. Eine Fantasiereise kann man sich wie eine geführte Reise in Gedanken vorstellen. Neben der Gedankenwelt werden auch seelische, emotionale und andere Bereiche mit angesprochen.

Was bewirkt eine Meditation oder Fantasiereise konkret?

Es gibt heutzutage ein enormes Interesse daran, Meditation als Therapie einzusetzen. Regelmässige Meditation kann beruhigend wirken und wird auch in der westlichen Medizin als Entspannungstechnik empfohlen. Mittlerweile ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass sie zur Reduzierung von Stress, zur Stärkung des Immunsystems und Aktivierung der Selbstheilungskräfte beiträgt. Auch unser Nervensystem wird dadurch positiv beeinflusst. Mit körperlichen Schmerzen und psychischen Problemen können wir durch eine regelmässige Meditationspraxis besser fertig werden, unsere Lebensfreude wiederfinden bzw. steigern.

Das Mind and Life Institute in Colorado (USA) ist unter Mitwirkung anerkannter Wissenschaftler mit dem Versuch befasst, die Wirkung von Meditation auf das Gehirn zu untersuchen, und umgekehrt. Die Wirkung, der meditative Zustand, ist neurologisch als Veränderung der Hirnwellen messbar. Der Herzschlag wird verlangsamt, die Atmung vertieft und Muskelspannungen reduziert.

 

In ihrem Buch „Selbstentfaltung durch Meditation“ schreiben die Autoren, Lutz Schwäbisch und Martin Siems: „Den Effekt von Meditation sollten wir nicht an den Prozessen während der Meditation messen, sondern an dem, was an Veränderung in der Zeit zwischen den Meditationen im Alltag geschieht.“ Die erwähnten Autoren berichten über folgende körperliche und therapeutische Wirkungen:

Körperliche Wirkungen der Meditation:

  • Der elektrische Hautwiderstand nimmt ab (ein Indiz für zunehmende Entspannung und Angstfreiheit)
  • Der Sauerstoffverbrauch des Körpers nimmt ab, sogar gelegentlich stärker als im Schlaf
  • Die Atemfrequenz nimmt ab
  • Der Blutdruck sinkt
  • Das Herz schlägt langsamer
  • Die Alpha-Wellen treten vermehrt im Elektro-Enzephalogramm (EEG) auf, ein Indiz für grössere entspannte Wachheit
  • Der Milchsäurespiegel im Blut nimmt ab, ein Hinweis auf abnehmende Angstbereitschaft

Die therapeutische Wirkungen der Meditation auf Psyche und Verhalten

  • Durch Meditation erfahren wir ein Gefühl der Geborgenheit und des zunehmenden Grundvertrauens
  • Die Gefühle der Selbstannahme und der angenehmen Gelöstheit steigern sich
  • Es kommt zur Zunahme der intellektuellen Fähigkeiten, der Lern- und Erinnerungsfähigkeit
  • Verringerung von Schlaflosigkeit und Angst, von Alkohol- und Drogenmissbrauch, Zigarettenkonsum wurde beobachtet
  • Bei Personen in helfenden Berufen verbessert sich die Gabe der Einfühlung in seelische Vorgänge bei anderen Personen

Mehr Details zu wissenschaftlichen Studien finden Sie unter: Wissenschaftliche Beweise und Studien.

 

"Den größten Fehler, den Rationalisten machen können, ist, das Irrationale zu unterschätzen."
Oscar Wilde