Einfacher leben in der Polarität

Bevor die Polarität entstanden ist, gab es bekanntlich das All-Eins-Sein. Aus dem reinen Potential sollte eine möglichst grosse Vielfalt entstehen, darunter auch die Aufspaltung in schöpferisches Licht und schöpferisches Dunkel.  Diese zwei grossen polaren Kräfte sind in der ganzen Schöpfung vorhanden, so auch in uns Menschen.

Der Weg der Menschen

Als Menschen sind wir Lichtwesen in physischen Körpern. Wir sind in die Polarität herabgestiegen, um hier zu lernen, zu gestalten und zu erschaffen. Ein Teil des Lernprozesse ist es, zu lernen mit der Dunkelheit umzugehen, sie anzunehmen, zu studieren und sie zu integrieren. In der Integration verwandelt sich die Dunkelheit. Erst durch diesen Prozess wird uns unser eigenes Schöpferpotential wirklich bewusst. So wird aus uns ein bewusstes Lichtwesen im Körper, ein bewusstes, strahlendes Lichtwesen in der polaren Welt.

Unser Weg auf der Erde

Als Seelen haben wir einen langen Weg auf der Erde hinter uns. Basierend auf meiner Erfahrung waren wir in den unterschiedlichsten Rollen und Konstellationen unterwegs. Wir haben Vieles gelebt, probiert und ausprobiert, mal hatten wir uns dem Licht verschrieben, mal der Dunkelheit, mal waren wir Täter, oft Opfer, wir liebten und hassten. In den dunklen Zeitaltern verloren wir oft und wurden dadurch reich an Erfahrungen und Kräften. Wir verloren uns selber, das Leben, andere Menschen, unsere Heimat, unseren Besitz, alles, was uns lieb und teuer war. Und wie ein Diamant, der nur unter viel Druck und Hitze entsteht, war es genau das, was wir beabsichtigten, um zu wachsen.

Die Herausforderung an uns im täglichen Leben

Da die Polarität immer gegenwärtig ist, erleben in uns selber und in unserem täglichen Leben beide Pole, und zwar ob wir (bewusst) wollen oder nicht. Wie sieht das also genau aus? Wir pendeln in unserem Erleben z.B. zwischen Einheit und Trennung, zwischen Liebe und Angst, zwischen ja und nein, zwischen Leben und Tod, zwischen Annahme und Ablehnung, zwischen Verblendung und Erkenntnis, zwischen Offenheit und Verschlossenheit zwischen Toleranz und Arroganz, zwischen Aggression und Freude etc.

Lernen in der Polarität

Wenn ich mit Klienten mit Hilfe von Rückführungen in frühere Leben an ihren Anliegen gearbeitet habe, wollten Einige am Ende des Prozesses das Leben besser einordnen und verstehen. In diesem Zusammenhang kam dann  die Frage: „Was wollte ich durch dieses Leben lernen oder erfahren?“ Hier habe ich es häufig (mit-) erlebt, das wir hier auf der Erde, (in der Polarität) einige Themen und Dinge durch eine gegenteilige Erfahrung gelernt haben.

Ich werde einige konkrete Beispiele aus meiner Praxis mit Dir teilen, um das zu verdeutlichen. Beispiel 1: Jemand wollte Liebe lernen und hat in dem Leben Trennung, Ablehnung und ähnliches erlebt und dadurch gespürt, wie elementar wichtig Liebe ist. Beispiel 2: Wir haben uns in einem Leben der Dunkelheit verschrieben, um die Auswirkungen dieser Kraft zu erleben. Durch diese Erfahrung konnten wir uns zu einem späteren Zeitpunkt - auf einer ganz anderen Verständnisbasis - für den lichten Pol entscheiden. Beispiel 3: wir erlebten uns als Sklaven oder Opfer der Umstände. Sogenannte Opfer-Leben werden häufig als Ausgleich oder Sühne von Täter-Leben kreiert. Sie sind eine Art Wiedergutmachung. So entwickeln wir ein Verständnis für beide Seiten.

Schwer zu verstehen? Für unsere sterbliche/ menschliche Seite sind die Lektionen der Dunkelheit und des Leidens nicht unbedingt verständlich, aber unsere Seele und unser höheres Selbst weiss, was für Kräfte, Potentiale, Möglichkeiten und Bewusstseinsveränderungen dadurch erschaffen wurden.

Wieso funktioniert Lichtarbeit nur begrenzt?

Richten wir uns also nur auf das Licht aus ohne die Dunkelheit anerkannt zu haben, erschaffen wir dadurch eine Bindung an die Dunkelheit erleben. Manche Menschen erleben im Zuge dessen auch eine starke Konfrontation mit ihr. Befreiung und eine innere Befriedung können wir nur erlangen, wenn wir unser Herz öffnen und das, was wir vorher abgelehnt haben, annehmen. Und das betrifft die Dunkelheit wie alles andere auch.

Wenn wir die Dunkelheit ablehnen oder Angst vor ihr haben und versuchen uns nur auf die lichte Seite zu beziehen, kreieren wir im Unbewussten die Dunkelheit mit. Wie das funktioniert, fragst Du dich jetzt? Es ist eine Gesetzmäßigkeit, dass wir uns an alles binden, was wir ablehnen. Alles, wovor wir Angst haben, folgt uns auf dem Fuss. Durch die Ablehnung ziehen wir es unbewusst an.

Dualität überwinden

Das Pendel der Dualität schwingt bis zu dem Zeitpunkt, wo wir uns mit unserem ganzen Sein entscheiden, frei davon zu werden. Das fordert von uns, die Dunkelheit zu integrieren. Und das ist genau das, was basierend auf dem derzeitigen Zeitgeist, in der heutigen Zeit ansteht. Aber leicht ist es für uns Menschen trotzdem nicht. Schliesslich haben wir die Spaltung der beiden Pole über tausende von Jahren gelebt und zelebriert.

Übrigens, manche bezeichnen diesen Prozess als Aufstieg von der dritten in die fünfte Dimension. Bei dem Prozess geht es um eine Erhöhung unseres Bewusstseins und unserer Schwingung.

Was ist also Annehmen wirklich?

Wie kann ich also die Dunkelheit annehmen? Erst einmal muss ich sie als Bestandteil vom Leben akzeptieren. Annehmen ist dabei als eine Art neutrale Haltung einem Thema gegenüber zu verstehen. So nach dem Motto: „Das war so.... Das war Teil meiner Erfahrung.... Die Negativität zeigt sich also gerade auf diese (spezielle) Art und Weise in meinem Leben/ in mir selber.“ Dabei kann und sollte ich trotzdem einen klaren inneren Standpunkt beziehen, worauf ich mich prinzipiell ausrichten und berufen möchte.

Sich den eigenen Schatten stellen

In Bezug auf unsere menschlicher Entwicklung bedeutet das: Erst wenn wir uns verantwortlich unseren eigenen Schatten und Ängsten stellen, können wir unser wahres Potential wirklich erkennen und bergen. Ich erlebe es fast täglich, wie Menschen über sich hinaus wachsen, indem sie sich dem stellen, wovor sie Angst hatten oder dem begegnen, was sie nie sehen wollten.

  • Welchem Thema willst Du Dich stellen?
  • Wo bist Du bereit nun hinzuschauen?

 

© Copyright 2016, text by Cordula Mezias,  photo wikipedia