Folge dem Ruf von Avalon und begegne der Göttin

Meine spirituelle/ mystische Reise nach Avalon/ Glastonbury und in die Anderswelt

In Südwestengland, in der Grafschaft Somerset, liegt das kleine Örtchen Glastonbury. Dieser Ort gilt als das sagenumworbene Avalon. Im Juli 2015 machte ich mich auf, diesen Ort zu entdecken.

Was unterschiedliche Quellen und Sagen über Glastonbury/ Avalon sagen?

In Glastonbury/ Avalon spielen sowohl heidnische/ keltische Sagen und Erzählungen wie auch christliche eine Rolle.

 

In christlichen Überlieferungen heisst es, dass Maria Magdalena  - zusammen mit einigen anderen  - das Erbe von Jesus nach Europa bzw. genauer nach Frankreich gebracht haben soll. Von dort aus brachte Joseph von Arimathäa den heiligen Gral – ein Symbol der geistigen Nahrung - weiter nach Glastonbury. Der heilige Gral soll dann in Südengland verborgen worden sein. In Glastonbury hat Joseph von Arimathäa ausserdem die erste Kirche auf englischen Boden errichtet und den legendären heiligen Dornenbusch gepflanzt.

 

König Arthur – bekannt als der König der Tafelrunde mit 12 weiteren, gleichgesinnten, tugendhaften Rittern – soll gemeinsam mit seiner Frau Guinevere in der Glastonbury Abbey begraben liegen. In der Artus Sage heisst es, dass König Arthur sterben zur Insel Avalon kam, um sich dort von seiner Halbschwester Morgain pflegen zu lassen.

 

Marion Zimmer Bradley, die die bekannte Erzählung „Die Nebel von Avalon“ geschrieben hat, erzählte hier sehr poetisch die Artussage nach. Laut ihr war König Arthur ein Teil beiden Welten, der heidnisch/ keltischen und der christlichen. Eigentlich wäre es seine Aufgabe gewesen, weiterhin dafür zu sorgen, dass diese beiden Weltanschauungen friedlich miteinander kooperieren, aber es sollte anders kommen...

Welche Bedeutung hatte Avalon (in früheren Zeiten)?

Die Insel Avalon war die Heimat vieler weiser Frauen, die hier als Priesterinnen, Seherinnen oder Heilerinnen lebten. Auf Avalon lebten die Priesterinnen im Einklang mit der grossen Muttergöttin, der Natur, Naturwesen und der gesamten Schöpfung. Auf der heiligen Insel, die der grossen Göttin in ihren unterschiedlichen Facetten geweiht war, gab es ausgedehnte Apfelgärten. Der Apfel galt als eine weibliche Frucht.

 

Die keltischen Druiden arbeiteten Hand in Hand mit den Priesterinnen zusammen. Der männliche und weibliche Pol waren hier im Einklang. Die Kräfte der Schöpfung wurden durch sie zum Wohle des Grossen Ganzens eingesetzt. Die Priesterinnen und Druiden waren in der Lage mit allen Pflanzen, Tieren, Naturwesen zu kommunizieren. Die bekannteste Priesterin und Druide von Avalon heissen Morgaine le Fay und Merlin.

Avalon und der Nebel

Je stärker das Christentum sich dem patriarchalen, männlichen Pol zuwandte, desto mehr wurde die Welt von Avalon verdrängt und verschwand hinter den Dimensionsschleiern, jenseits der fassbaren Welt, d.h. im Nebel.

 

Der weibliche Pol wurde im Abstieg der Menschheit, in der Verdichtung der Materie, mehr und mehr abgespalten und verdrängt, und zwar in uns selber, in unserer Gesellschaft, wie auch in der Natur. Avalon war das letzte Reich, das dieser Verdrängung einher fiel. Und all das geschah ganz in Übereinstimmung mit unserem Evolutionsplan....

Einschub: Kurzer Exkurs zu unserem Evolutionsplan

Nachdem wir nun als Menschheit den Tiefpunkt unserer Evolution durchschritten haben, sind wir in einer ganz besonderen Phase in unserer Geschichte angelangt. Nun geht es darum, alle alten Erfahrungen zu sichten, zu erlösen, zu durchlichten, und alle abgespalteten Kräfte und Aspekte wieder anzunehmen und zu integrieren. Durch diesen Prozess stehen uns alle Erfahrungen und die gesamte Vielfalt unserer Schöpfung (wieder) zur Verfügung.

 

Die Zeit ist reif, dass wir als Menschheit aufsteigen. Vielleicht haben einige von Euch schon gehört, dass wir uns nun von der sogenannten 3. Dimension in die 5. Dimension entwickeln können und sollen.

 

Was beutete das genau? Die dritte Dimension zeichnet sich durch Spaltung und Trennung der Pole in: schwarz-weiss, Dunkel-Licht, gut-böse, männlich-weiblich, Ich-Du, Opfer-Täter, Oben-Unten, Mensch-Gott etc. aus. Hier sind wir stark gebunden an eine karmische Kausalität, an Zeit und Raum und an das (graue) Massenbewusstsein, dass wir als gesamte Menschheit entwickelt haben.

 

In der 5. Dimension sind die vorher (scheinbar) gegensätzlichen Pole erlöst und integriert. Der Mensch begreift, dass er sowohl Mensch wie auch göttlich ist und kann auf beides frei fliessend zugreifen. Wir leben in Frieden mit uns selber, den anderen Menschen, der Natur und dem Kosmos. Wir erleben uns als Teil des Grossen Ganzens. Die Ewigkeit ist im Moment erlebbar. Also der Zustand und die Umgebung, wie wir uns das Paradies vorstellen.

Welche Bedeutung hat Avalon für die heutige Zeit?

Da in Glastonbury/ Avalon der weibliche Pol sehr gut erlebbar ist, bietet der Ort sich geradezu dafür an, wieder in den Kontakt mit diesem Aspekt in uns selber und im Aussen zu geben. Da wir Wesen mit (äusseren) Sinnen sind, hilft uns eine sinnliche, konkrete Erfahrung, um das leichter tun zu können.

Meine persönliche Erfahrung in Glastonbury/ Avalon

An diesem Ort wird schon seit vielen Jahrhunderten Spiritualität gelebt und erlebt, und zwar in vielfältiger Art und Weise. Genau das strahlt der Ort auch aus.

 

In Glastonbury ist generell eine grosse Vielfalt möglich. Hier sah ich sehr unterschiedliche Menschen, die einfach „ihr Ding“ lebten und taten. So, wie ich es bisher eigentlich nur aus Grossstädten, wie z.B. Berlin kannte, gibt es dort eine grossen Toleranz von leben und leben lassen. Zudem habe ich noch nie einen Ort gesehen, der solch eine Dichte an spirituellen Geschäften, Buchläden, Edelstein- und Kristallläden auf kleinstem Raum hat.

 

Beeindruckend sind natürlich auch die sogenannten Kraftorte: das Glastonbury Tor, Chalice Well, die Glastonbury Abbey und die vielen alten Bäume in der Umgebung.

Meine Eindrücke von einzelnen Kraftorten

Das Glastonbury Tor gilt als Wahrzeichen des Ortes. Hier erheben sich die Überreste der St. Michaels Kapelle, die aus dem 14. Jahrhundert stammt, weit über das Land. Auf dem Hügel sollen sich die sogenannten Michael-Leylinie mit der Maria Magdalena Leylinie kreuzten. Sehr beeindruckend fand ich die weite Sicht über das Land von der Spitze des Hügels aus. An einem der Tag, als ich auf dem Tor war - es war regnerisch (richtiges Englandwetter!!) - wurde die tieferliegende Landschaft mit Nebel überzogen. Hier konnte ich mir gut vorstellen, wie die Gegend einst von Wasser umgeben war. Eine leise Ahnung von der Insel Avalon stieg auf...

 

Ein ganz besonderer Ort war für mich die Chalice Well. Eine wunderschöne Gartenanlage am Fusse des Glastonbury Tors, durch die die rote, sehr eisenhaltige, heilige Quelle fliesst. Die Quelle gilt als unversiegbar und als Heilquelle. Die Quelle an sich hat eine sehr liebliche, feminine Energie. Ich empfand das Wasser, das sowohl im Garten selber, wie auch ganz in der Nähe geschöpft werden kann, als sehr reinigen und innerlich transformieren.

Im Garten und bei der Quelle sind sehr viele feinstoffliche Wesen, Naturgeister und Elementare anwesend. Hier konnte ich besonders viele Feen, wie auch ein grosses (weibliches) Hüterwesen der Quelle wahrnehmen. Über der Quelle und dem Garten liegt eine tiefe Atmosphäre von Frieden und Einheit. Überall gibt es besondere Plätze zum Verweilen, nachspüren und meditieren. Es ist wirklich ein lebendes Heiligtum, als das es auch bezeichnet wird.

 

Die Glastonbury Abbey war ursprünglich ein Kloster, das bis ins 16. Jahrhundert bestand. Einer Tafel zufolge befindet sich auf dem Gelände der Abbey das Grab von König Arthur und seiner Frau Guinevere. Zur Kirche von Glastonbury pilgerten schon seit vielen Jahrhunderten Menschen, teilweise um Reliquien, die in der Abtei beherbergt waren, anzubeten. Neben der historischen Bedeutung der Abbey, lädt das Gelände ein, die alten Spuren zu erfahren. Ich hatte dort, während einer Meditation, eine sehr intensive Begegnung mit Morgaine le Fay und Merlin. Erlebbar und fassbar waren für mich die Wiederintegration des/ meines weiblichen Pols, eine unglaublich tiefe und berührende Erfahrung.

Und sonst?

Schöne Orte für ein meditatives Erfahren waren für mich auch noch: der Göttinnentempel, das Gebäude um die weisse Quelle herum, in dem auch heute noch Rituale zur Verehrung der Göttinnen abgehalten werden und grosse, alte Baumwesen, wie z.B. Eiben, Eichen und Apfelbäume.

 

Die Überreste des heiligen Dornenbusches haben mich bei meinem Besuch nicht „gezogen“, aber das werde ich wohl beim nächsten Besuch dieses wunderbaren Ortes nachholen.

 

Ausserdem war ich während der Reise in den beiden Steinkreisen in Stonehendge und Avebury, aber davon berichte ich ein anderes Mal.

Weitergeben!

Meine Erfahrungen, Inspirationen und meditativen Eindrücke teile ich gerne mit anderen Menschen. Mystische Reise: Falls genügend Interesse besteht, werde ich 2017 eine spirituelle, transformierende Reise nach Südengland organisieren und durchführen. Falls Avalon, die Göttin oder die Naturwesen Dich "rufen", melde Dich gerne bei mir und ich lasse Dir weitere Informationen zukommen.

 

Text und Bilder: Cordula Mezias

Chalice Well

Glastonbury Abbey

Glastonbury Tor