Die Rauhnächte eine besondere, magische Zeit zwischen den Jahren

Hier findest du die wichtigsten Informationen für diese besondere Zeit des Jahres, sowie einige Tipps und Übungen, um sie besonders gut zu nutzen.

Woher kommt der Begriff?

Der Begriff „Rauhnächte“ kommt nicht etwa daher, dass die Witterung besonders rau wäre, es hat vielmehr mit dem Brauch des Räucherns zu tun, der vielerorts traditionell in der Thomasnacht, an Heiligabend, zu Silvester und in der Nacht auf Dreikönig gepflegt wird.

Die Ursprünge der Rauhnächte

Die Tradition der Rauhnächte ist lang. Seinen Ursprung hat der Brauch der Rauhnächte in vielen sogenannten heidnischen Traditionen. Bereits im alten Ägypten wurde die Zeit zwischen den Jahren benannt. Sie lag zwischen den Monaten „Jahresschließer“ und „Jahresöffner“. Der Ursprung des zwölf- beziehungsweise des dreizehntägigen Zeitraums liegt im Unterschied innerhalb der Zeitrechnung und zwar zwischen Mond- zum Sonnenkalender. Die Zeitrechnung nach dem Mondjahr umfasst 354 Tage, mit einem Jahr gemessen an den zwölf Mondzyklen bzw. Mondmonaten. Als der Sonnenkalender, die Zeitrechnung nach dem Sonnenrhythmus eingeführt wurde, der 365 Tage beträgt, wurden die fehlenden elf Tage, bzw. zwölf Nächte, als Tage „ausserhalb der Zeit“ eingeschoben.

Was in der Natur und im Kosmos als Vorbereitung der Raunächte passiert

In der Zeit, die unter der Herrschaft des Tierkreiszeichens Skorpion steht und von Ende Oktober bis Ende November andauert, haben wir bereits unbewusst Einkehr gehalten, sind tief zu unseren Wurzeln, zum eigentlichen Kern, der unser Erdendasein ausmacht, zurückgekehrt. Ein weiteres Stück Vergangenheit ist bewältigt und neue Impulse sind (unbewusst) gefunden worden. Die Natur hat sich nun vollständig in das Innere der Erde zurückgezogen.

 

Der Abstieg in die Dunkelheit ist mit Beginn des Tierkreiszeichens Schütze Ende November beendet, obwohl die Tage in den darauffolgenden Wochen noch kürzer und dunkler werden.

 

Die Geburt des Lichtes wird von den Erden und den kosmischen Kräften gleichermassen vorbereitet und findet sowohl in der Natur als auch in uns selbst statt. Der Sternenhimmel leuchtet in den Dezembertagen oft besonders klar und schön. Wir erheben den Blick zu den Sternen in einer übergeordneten visionären Sicht.

 

Die Nornen, die Schicksalsweberinnen, weben in dieser Zeit die unsichtbaren Fäden für das kommende Jahr. Alles beginnt nun, sich auf die Wiedergeburt des Lichtes vorzubereiten. Ein besonderer Zauber liegt in der Luft.

Wann sind genau die Rauhnächte?

Die Rauhnächte sind einige Nächte um den Jahreswechsel, denen in den verschiedensten Traditionen eine besondere Bedeutung zugeteilt wird. Nach den meisten Traditionen handelt es sich um die zwölf Weihnachtstage, zwischen Weihnachten (24. auf 25. Dezember) und dem Dreikönigstag (6. Januar). Je nach geographischer Region unterscheidet sich die Anzahl der Rauhnächte und auch der Beginn der Zählung kann variieren.

 

Als die vier wichtigsten Rauhnächte, inkl. Vorbereitung, werden folgende Daten bezeichnet:

  • 21. /22. Dezember (Thomasnacht, die Wintersonnenwende, längste Nacht des Jahres - Vorbereitung)
  • 24. /25. Dezember (Heiliger Abend, Christnacht)
  • 31. Dezember /1. Januar (Silvester)
  • 5. /6. Januar (Vigil von Epiphanie, Erscheinung des Herrn)

Wann beginnt und wann endet die eigentliche Rauhnacht?

Rauhnächte gehen immer von Nacht zu Nacht. Also von 24.00 Uhr an Heilig Abend, der "Mutternacht" 24.00 Uhr am 25. Dezember - das war die erste Rauhnacht. 
"Nacht" deswegen, weil wir uns nach dem keltischen Jahreskreis in der Jahresnacht befinden. Somit ist der ganze Tag "Nacht".

 

Die letzte Rauhnacht endet am 6. Januar. Diese Nacht ist wieder eine besondere Nacht, die Perchten-Nacht, wo an vielen Orten in Bayern und Österreich Perchtenläufe abgehalten werden. Danach ist dann Heilige-Drei-Könige, das Fest, das auch Epiphaniea, "Erscheinung", genannt wird.

Die besondere Kraft der heiligen Nächte: Was charakterisiert diese Zeit?

Die Weihnachtszeit, d.h. die Zeit der Raunächte, ist eine geheimnisvolle, mystische Zeit, in der die Tore zu anderen Dimensionen geöffnet sind. So ist der Übergang zu den anderen Dimensionen / Spähern leichter, als zu anderen Zeiten des Jahres. Die Dimensionen reichen vom Menschenreich über das Reich der Toten, das Reich der Naturwesen bis hin zu dem der Engel und den kosmischen Reichen.

 

Die Rauhnächte ist somit eine Zeit, die für Geisteraustreibung oder -beschwörung, den Kontakt mit Tieren oder spirituellen / wahrsagerische Praktiken besonders geeignet ist. Erneuerung und Heilung können auf allen Ebenen geschehen.

 

Vieles findet zurück zu seinen Wurzeln, Kreise schliessen sich und mehr Möglichkeiten denn je stehen uns offen, diese heilige Zeit zu feiern. Wer diese Nächte bewusst begeht, kann die Weichen für das bevorstehende Jahr günstig stellen, umso ein erfülltes Leben im Einklang mit der höheren Natur zu führen.

Wofür wurde und wird diese Zeit besonders genutzt?

Die Rauhnächte waren bei unseren Vorfahren - und sind es heute immer noch - Heilige Nächte. In ihnen wurde früher möglichst nicht gearbeitet, sondern nur wahrgenommen und in der Familie gelebt.

 

Nach alter Tradition sind die Rauhnächte auch für das Befragen von Orakeln sehr gut geeignet. Jede dieser Rauhnächte kann für einen Monat des Jahres zum Deuten und Vorhersagen verwendet werden. Somit steht die erste Rauhnacht für den Januar, die zweite für den Februar und so fort. Man kann alles beobachten und daraus Rückschlüsse ziehen: das Wetter, wie das Essen geschmeckt hat, ob gestritten wurde oder ob es friedlich zuging, ob an diesem Tag alles gut lief oder es Probleme gab.

Die besonderen Wandlungstage

Hatte man Ärger an einem der ersten Rauhnächte oder erlebte andere Widrigkeiten - wie z.B. schlechtes Wetter - so kann man diese am sogenannten „Tag der Kinder“, dem 28. Dezember oder am 5. Januar, dem „Hohen-Frauen-Tag“ auflösen.

Träume können prophetischen Charakter haben

Da wir uns in der „Zeit zwischen der Zeit“ mit den höheren Welten besonders verbunden fühlen, sollen ausserdem unsere Träume aus diesem Zeitraum prophetischen Charakter haben und in Erfüllung gehen. Die Träume in den zwölf Nächten verwirklichen sich in den jeweils entsprechenden Monaten des zukünftigen Jahres.

Sieben Tipps für die Rauhnächte

Hier findest du einige Tipps und Vorschläge für die besonders magische Zeit zwischen den Jahren.

Tipp 1: Räuchere dein Haus oder deine Wohnung

Vielleicht regt dich der obenstehende Text dazu an, mit einem Räucherritual die Atmosphäre zu reinigen. Die Auswahl an möglichen Räucherstoffen ist vielfältig. Traditionell wird gerne Salbei, Wacholder oder Fichtenharz verwendet. Folge bei der Auswahl einfach deiner Vorliebe und Intuition. Lade beim Räuchern bewusst das Licht, Schutz oder eine friedliche Atmosphäre in deine Räume ein.

 

Mein persönliches Räucherritual: a) Ich öffne vor dem Räuchern immer ein Fenster, b) ich fange in einer Ecke des Raumes an zu räuchern, c) ich und setze innerlich die Intention: "Alles, was nicht Licht und Liebe ist, verlassen den Raum jetzt." d) Ich gehe im Kreis gegen den Urzeigersinn die Wände ab. Dabei wiederhole ich während des Räucherns diese Intention innerlich ein paar Mal. Und e) Ich mache dieses Ritual 1-4 Mal direkt hintereinander, je nachdem wie die Energie im Raum vorher war.

Übrigens, vor dem Räuchern solltest du putzen.

Tipp 2: Führe während dieser Zeit ein Rauhnacht-Tagebuch

Schreibe jeden Tag auf wie der Tag und die Nacht war. Achte auch auf die Atmosphäre des Tages, das Wetter, was passiert ist, Dinge, die dir besonders aufgefallen sind etc.

Tipp 3: Achte auf deine Träume

Während der Raunächte kannst du deinen Träumen besondere Aufmerksamkeit schenken. Lade jede Nacht vor dem Einschlafen deine Träume ein und schreiben sie nach dem Aufwachen auf. Manche Menschen haben in dieser Zeit prophetische Träume, erleben viel Lösung und Transformation.

Tipp 4: Nehme dir Zeit zum Meditieren und um in dich zu gehen

Da die Dimensionen in dieser Zeit besonders offen sind, können wir diese Zeit gut zum Meditieren nutzen. Es ist ratsam sich dafür jeden Tag Zeit einzuplanen.

Tipp 5: Nutze die Wandlungstage

Um die Wandlungstage zu nutzen, schliesse die Augen, gehe in eine meditative Haltung und lasse die relevante Situation noch einmal vollständig vor dem geistigen Auge ablaufen. Nun visualisieren und sende weisses Licht über die gesamte Situation, bis alles in hellem Licht erstrahlt. Alternativ oder zusätzlich kannst du die Situation innerlich segnen und so lange positive Energie hineinschicken, bis sich das Negative komplett aufgelöst hat.

Tipp 6: Arbeite im neuen Jahr mit deinen Aufzeichnungen

Wie du oben gelesen haben, wird jede Rauhnacht einem Monat zugeordnet, die Nacht vom 24.12 auf den 25.12. dem Januar des folgenden Jahres, die Nacht vom 25.12. auf dem 26.12 dem Februar des folgenden Jahres und so fort. Um in dem jeweiligen Monat des kommenden Jahres rückwirkend nachvollziehen, was sich von den Vorzeichen und Träumen verwirklicht hat, nehme einfach deine Rauhnacht-Tagebucht zur Hand und lese dir deine Notizen durch.

Tipp 7: Weitere Anregungen

In der Fortsetzung "Rauhnächte nutzen, um Altes zu lösen und Neues vorzubereiten" findest du weitere Details.

 

In diesem Sinne wünsche ich dir schöne und erkenntnisreiche Rauhnächte!

 

© 2013/6/9 text by Cordula Mezias, Foto: PiLens/photocase

In der Fortsetzung "Rauhnächte nutzen, um Altes zu lösen und Neues vorzubereiten" findest du weitere Details.

„Hörst du das Raunen in der Nacht,

raue Tage sind entfacht.

Der Tag ist kurz, die Nacht ist lang,

kalt, hart, still liegt alles da.

Werde des Unsichtbaren gewahr.

Frösteln, schauern, sich still zusammenkauern,

in der Stille offenbart sich leise

der Samen für die Weiterreise.

Mond und Sternenlicht dich führen,

öffnen dir verborgene Türen.“