Verschiedene Formen der Meditation

Meditationen können sich in Form und Inhalt – je nach Tradition – sehr unterscheiden. Die wesentlichen Hauptgruppen sind dabei stille Meditation (wie z.B. ZEN Meditation), Bewegungsmeditation (wie z.B. T‘ai Chi, Yoga, Gehmeditation, Tanz der Sufis, oder dynamische Meditation nach Osho), Meditationen mit Mantren (wie z.B. OM, einer Silbe, die bei Hindus, Jainas und Buddhisten als heilig gilt), Meditation mit optischen Hilfsmitteln (wie z.B. die Meditation mit Mandalas oder den Tafeln von Chartres), geführte Meditationen (z.B. in kabbalistischer Tradition, mit Engeln, mit Aufgestiegenen Meistern) und Atemmeditationen. Wer sich mit Meditation beschäftigt, kann aus einer Vielzahl von Methoden, die für ihn geeignete Form auswählen. Probieren Sie doch verschiedene Meditationsformen aus und lassen Sie sich dabei von Ihrem Gefühl und Ihrer Intuition führen. Dann finden Sie bestimmt die passende Form für sich. Und auch hier gilt – wie in anderen Bereichen unseres Lebens – praktische Erfahrung zählt und Übung macht den Meister.

Welche Zielsetzungen können Meditationen haben?

Hinsichtlich der Zielsetzung kann man zwei Formen von Meditation unterscheiden: Meditation als Konzentrationsschulung und therapeutische Methode, diese Form ist von weltlichen Zielsetzungen motiviert, und die kontemplative Meditation als religiös-spirituell motivierte Meditation, dies ist der mystische Weg.

Die Meditation dient auch der Erweiterung unseres Bewusstseins und kann zur Selbsterkenntnis und Förderung des spirituellen Erlebens beitragen. In westlichen Ländern wird die Meditation auch unabhängig von religiösen Aspekten oder spirituellen Zielen zur Unterstützung des allgemeinen Wohlbefindens und im Rahmen der Psychotherapie praktiziert. Meditationstechniken werden als Hilfsmittel verstanden, einen vom Alltagsbewusstsein abweichenden Bewusstseinszustand zu üben, in dem das gegenwärtige Erleben im Vordergrund steht, frei von Bewertungen und der subjektiven Bedeutung der Vergangenheit (Erinnerungen) und der Zukunft (z. B. Pläne, Ängste). Viele Meditationstechniken sollen helfen, einen Bewusstseinszustand zu erreichen, in dem äusserst klares Gewahrsein und tiefste Entspannung gleichzeitig möglich sind.

Atemmeditation

In vielen Yoga-Richtungen und sonstigen spirituellen Schulen wird die Atemmeditation mit einbezogen. Dabei konzentrieren wir uns auf unseren Atem, z. B. Einatmen und dabei innerlich bis 4 zählen und Ausatmen und dabei innerlich bis acht zählen. Allein durch die Konzentration auf unseren Atem verändert sich unser Zustand und unsere Aufmerksamkeit bewegt sich von Aussen nach Innen. Diese Meditationsform eignet sich sehr gut als Einstieg für Menschen mit wenig Meditationserfahrung.

Klangmeditation, Meditation mit Brainwavemusik oder Binaural Beats

Mittlerweile ist nachgewiesen, dass Klänge uns stark beeinflussen können, sowohl in Bezug auf unsere Stimmung, als auch auf unseren Bewusstseinszustand. Der meditative Zustand wird durch Töne, Brainwavemusik oder Binaurale Beats erreicht und zwar über die Stimulierung der angesprochenen Gehirnwellen.

Mantra Meditation

Das Wort mantram bedeutet soviel wie „Geistesschutz“ oder „Schutz des Geistes“, aber auch „Instrument des Geistes/Denken“. Ein Mantra ist ein Ton oder Wort, welches stetig wiederholt wird. Es hat die Aufgabe, Ablenkungen zu vermeiden und den Geist zu konzentrieren. In vielen Religionen, wie im Hinduismus, im Buddhismus, Jainismus und Sikhismus, im Yoga und in spirituellen Schulen werden Mantras rezitiert, um sich mit dem Göttlichen zu verbinden. Das wahrscheinlich bekannteste Mantra ist das berühmte „OM“. Dabei stellt dieses Mantra, das eine Fusion der drei Urlaute A, U, M ist, den transzendenten Urklang dar und ist Symbol für das Göttliche/die Quelle von allem was ist. Lassen wir einige berühmte Lehrer über dieses Mantra, „OM“, zu Wort kommen:

 

  • „OM ist das Wort der Kraft. OM ist das Leben allen Lebens. OM ist die Seele aller Seelen“ (Yoga Meister Swami Sivananda).
  • „Das OM, wenn richtig intoniert, befreit die Seele aus dem Bereich der Verblendung und des Entzückens. Es ist der Laut der Befreiung, die grosse Note der Auferstehung und des Emporhebens der Menschheit zur Geheimen Stätte des Höchsten, wenn alle anderen Worte und Laute versagt haben.“ (Begründerin der Theosophie, Alice. A. Bailey)
  • „Während ich OM wiederholte, zerriss ein Schleier der Dunkelheit nach dem anderen und in majestätischer Weite öffnete sich ein freier Horizont vor meinem sich ausdehnenden Bewusstsein.“ (spirituelle Lehrerin, Elisabeth Haich in „Einweihung“).

Kabbala Meditation und Lichtmeditation in kabbalistischer Tradition

Die Kabbala ist ein ganzheitlicher, spiritueller Weg zur Meisterung des täglichen Lebens und zur Arbeit an sich selbst. Sie wird auch der westliche Einweihungsweg oder Yoga des Westes genannt. Über die praktische Kabbala finden wir Zugang zur Höchsten Quelle des Lebens und der geistigen Kraft. Wir erfahren unseren Ursprung, unseren Kern, unser wahres unvergängliches Wesen. Ein zentrales Symbol des kabbalistischen Weges ist der Baum des Lebens. In diesem Baum wird der Mikro- und Makrokosmos auf vielfältig Weise beschrieben. Die Zentren des Lebensbaumes stehen hierbei für verschiedene Erfahrungswelten, Qualitäten und Seinsebenen des Lebens. Der Lebensbaum ist ein sehr kraftvolles Instrument und ist meditativ erfahrbar.

Geführte Heil-, Entspannungsmeditationen und Fantasiereisen/ Trancereisen

Durch geführte Heil- und Entspannungsmeditationen können wir unsere inneren Kraftquellen erschliessen. Wir erleben einen Ort, an dem wir Kraft tanken können und uns aus uns selbst heraus stärken. In der Meditation erweitert sich das Bewusstsein bei gleichzeitiger Konzentration auf das Wesentliche. Wir können Kontakt zu unserem höheren Selbst aufnehmen und finden Antworten auf unsere Fragen. Die Aktivierung unserer Selbstheilungskräfte wird gefördert. 

Chakren-Meditation

„Chakra“ bedeutet Rad und ist ein Energiezentrum im Körper, das unter anderem für die Energieversorgung von bestimmten Organen zuständig ist. Die Chakra-/ Chakren-Meditation ist eine sanfte, energetisierende Meditationsform. Sie sorgt für einen Ausgleich der 7 Hauptchakren.

Meditation mit Kräften der geistigen Welt, mit Engeln oder mit aufgestiegenen Meistern

Genauso wie wir auf der Erde eine Vielzahl an unterschiedlichen Wesen, Kräften und Ausdrucksformen des Lebens kennen, gibt es in der geistigen Welt unzählige Wesen, Kräfte und Ausdrucksformen zu denen wir meditativ Kontakt aufnehmen können. Sehr bekannt aus den unterschiedlichsten Traditionen und Religionen sind Engel.

Anmerkungen zur Meditationspraxis

Um Meditation kennenzulernen und die Wirkung zu erfahren ist es sinnvoll, diese über einen längeren Zeitraum regelmässig auszuüben. Dabei ist es empfehlenswerter täglich 10 Minuten zu meditieren als einmal die Woche eine Stunde. Als ich aktiv praktizierende Buddhistin war, haben wir Neuinteressierten die Empfehlung ausgesprochen, sich drei Monate lang täglich dieser Praxis zu widmen.

 

Um die Früchte von spiritueller Meditationspraxis ernten zu können, braucht es Hingabe, Ausdauer, Geduld und die Bereitschaft durch Höhen und Tiefen dieses Prozesses hindurchzugehen. Es geht hierbei um einen sehr spannenden, lebenslangen Reifungsprozess, nicht um Übungen, die schnelle Ekstase und sofortigen Erfolg versprechen.

Mein meditativer Weg

Meditation und Trance begleiten mich seit früher Jugend. Angefangen habe ich mit verschiedenen Atemmeditationen. Der Weg ging weiter über die langjährige Ausübung einer buddhistischen Praxis. In meiner professionellen Ausbildung lernte ich dann Kabbala- und Lichtmeditationen, Chakren-Meditation- und Clearing, Klangmeditationen, Meditation mit Kräften der geistigen Hierarchie, den Elementen, Engeln und aufgestiegenen Meistern.

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Kurze Meditation zum Ausprobieren

 Hier erhalten Sie eine Anleitung wie Sie eine Meditation im Stile der Achtsamkeitmeditation durchführen können.

„Erfülle deinen Geist mit großen Gedanken, denn du wirst nie höher steigen als deine Gedanken.“
Benjamin Disraeli